Claudia Felser wird neue Direktorin am Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe, Dresden

04.11.2011
Professorin Dr. Claudia Felser von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist seit dem 1. Dezember 2011 neue Direktorin des Max-Planck-Instituts für Chemische Physik in Dresden. Neben ihrer Professur an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, die sie als Direktorin des MPI CPfS auch weiterhin wahrnehmen wird, ist Prof. Felser Sprecherin der deutsch japanischen DFG-JST-Forschergruppe ASPIMATT "Advanced spintronic materials and transport phenomena" und Direktorin der Graduiertenschule der Exzellenz "Materials Science in Mainz (MAINZ)" zusammen mit Mathias Kläui.

Gut 14 Jahre ist es her, dass das Max-Planck-Institut für Chemische Physik in Dresden seine Arbeit aufnahm. Zwei der Direktoren der ersten Stunde, Prof. Dr. Frank Steglich und Prof. Dr. Rüdiger Kniep, werden Mitte 2012 in den Ruhestand gehen. Nachfolgerin von Prof. Dr. Rüdiger Kniep ist Frau Prof. Dr. Claudia Felser, eine hoch anerkannte Persönlichkeit in der internationalen materialwissenschaftlichen Community. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Entwicklung neuer zukunftsweisender Materialien mit besonderen Eigenschaften und genießt einen international hervorragenden Ruf als Expertin für Heusler-Verbindungen. Ihre Herangehensweise an diese Thematik ist durch die Nutzung von ab-initio-Berechnungen elektronischer Strukturen als Instrument zur Entwicklung von Feststoffen mit maßgeschneiderten Eigenschaften gekennzeichnet. Damit vereinigt die Chemikerin gleich in zweifacher Hinsicht das Leitmotiv des Instituts in sich: Die gemeinsame Arbeit von Physikern und Chemikern an Materialien mit besonderen Eigenschaften sowohl mit experimentellen als auch theoretischen Methoden.

"Die Computersimulation steht am Anfang, basierend hierauf stellen wir dann die Verbindungen mit den gewünschten Eigenschaften, aber auch unter dem Gesichtspunkt der Ressourcenverfügbarkeit her. Dünnschichttechniken erlauben uns nach dem Bausteinprinzip, neue Verbindung Atom für Atom aufzubauen." erklärt Prof. Dr. Claudia Felser. Nicht zuletzt mit diesem Ansatz und ihren hervorragenden Forschungsergebnissen, die durch zahlreiche Veröffentlichungen in hochrangigen wissenschaftlichen Zeitschriften dokumentiert sind, hat sie den Europäischen Forschungsrat überzeugt, ihrem Antrag „Design neuer Heusler-Verbindungen auf der atomaren Skala“ mit der Summe von 2.4 Mio. Euro zu fördern. (Presseartikel der JGU vom 03.11.2011)

Obwohl Prof. Felser ihre Wurzeln in der Grundlagenforschung hat und diese am Max-Planck-Institut weiterverfolgen wird, ist die Wissenschaftlerin immer für anwendungsorientierte Aspekte ihrer Forschung offen. Dies manifestiert sich auch in mehreren Patenten und anwendungsorientierten Forschungsprojekten, die sowohl vom Bundesministerium für Bildung und Forschung als auch von der Industrie gefördert werden. Sie unterhält intensive Kooperationen mit der Stanford University, IBM, Schott, Bosch und BASF. 2001 wurde sie für die Gründung des NaT-Lab für SchülerInnen an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz mit dem Landesverdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.


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